Invasive Neozoen

Als Neozoen werden Tierarten bezeichnet, die absichtlich oder unabsichtlich durch den Menschen in für sie fremde Gebiete verbracht worden sind und sich dort etabliert haben. Absichtlich bedeutet hierbei, dass die Arten vom Menschen bewusst ausgesetzt wurden. Eine unabsichtliche Einschleppung geschieht z. B. durch den Transport von Gütern, in denen Tiere enthalten sind.


Asiatischer Laubholzbockkäfer

Asiatischer Laubholzbockkäfer
Asiatischer Laubholzbockkäfer

Er befällt eine Vielzahl von Laubbäumen. Beobachtungen zufolge bevorzugt er Ahorn, Pappel, Weide, Birke und Rosskastanie. Rindenverletzungen mit möglichem Saftfluss, grobe Bohrspäne am Stammfuß oder in Astgabeln, große ovale Larvengänge im Holz und große kreisrunde Bohrlöcher von ca. 12 mm Durchmesser können auf einen Befall hinweisen.

 

Wenn der Käfer Bäume befallen hat, ist die einzige Bekämpfungsmöglichkeit die Vernichtung der Bäume, da sowohl eine chemische Behandlung, als auch der Einsatz von Pheromonfallen bisher keinen Erfolg brachte. Das gefällte Holz muss vor Ort gehäckselt und sofort verbrannt werden. Eine Lagerung des Holzes ist nicht zulässig, da weiterhin Käfer aus dem Holz schlüpfen und andere Bäume befallen können.


Goldfische

Goldfische gehören zu den Karpfenfischen und sind ausschließlich durch Zucht entstandene Haustiere. Mit ihrer glänzenden Färbung sind wunderschön anzusehen und daher beliebte Gäste im heimischen Teich oder Aquarium. Für die Natur dagegen sind die ursprünglich aus Asien stammenden Tiere eine echte Plage.

Der Goldfisch bildet in kurzer Zeit ganze Schwärme - jedoch stets auf Kosten der anderen Teichbewohner. Landschaftspflegeverband, Bund Naturschutz und Fischereiverband bitten daher, keine Goldfische auszusetzen. Besonders im Herbst würden die Tiere oftmals aus den kleinen Gartenteichen in größere Weiher und Tümpel gebracht, da diese nicht so rasch zufrieren. Diese falsch verstandene "Tierliebe" geht jedoch zu Lasten der natürlichen Fauna der Gewässer. Der Goldfisch bedroht gravierend die Artenvielfalt in der freien Natur.

  • Goldfische sind nicht heimisch, sie stammen aus Asien und sind Zuchtformen des Giebels.
  • Goldfische sind Allesfresser die sich von Eiern, Larven und Pflanzenteilen sowie verschiedenen für den Naturhaushalt wichtigen Kleintieren ernähren.
  • Verschiedene Tiere (z. B. Wasserflöhe), welche das Wasser durch ständiges Filtern säubern, werden von den Goldfischen in großer Zahl gefressen.
  • Durch das Aussetzen von Goldfischen wird das lokale Aussterben heimischer, besonders bedrohter Tierarten (z.B. Amphibien) massiv beschleunigt.
  • Während die relativ häufige Erdkröte – aufgrund von in den Kaulquappen eingelagerten Bitterstoffen - wenig dezimiert wird, sind es gerade die selteneren Amphibienarten wie z. B. Laubfrosch und Kammmolch, welche binnen weniger Jahre lokal ausgerottet werden können. Dieser Vorgang geht schleichend vor sich, da in der Regel nicht die erwachsenen Tiere, sondern Eier, Larven und Kaulquappen gefressen werden.
  • Sind sie erst einmal in einem Gewässer freigesetzt, ist es sehr aufwändig, alle Goldfische wieder herauszubekommen.
  • Gedankenloses oder mutwilliges Aussetzen nicht heimischer Tierarten in der freien Natur trägt zur Bedrohung und Zerstörung der heimischen Artenvielfalt bei.

 

Der Goldfisch- ein Problem in heimischen Gewässern
Goldfisch-Flyer.pdf [291 KB]


Schmuckschildkröte

Schmuckschildkröte
Schmuckschildkröte

Als Baby sehen sie mit wenigen Zentimetern Durchmesser wie ein Spielzeug aus - richtig niedlich. So wurden sie oft Kindern für ihr Aquarium geschenkt. Als erwachsene Tiere erreichen sie jedoch Panzergrößen von bis zu 30 cm und 1,5 kg Gewicht. Als Spielzeug dann nicht mehr interessant wurden sie heimlich ausgesetzt uns so sind sie an vielen Gewässern zu entdecken.

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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