Eine Katze im Garten - Folgen für die Vögel

Bodenbrüter sind besonders gefährdet

Ist eine Katze in ihrem Revier unterwegs, bedeutet das für die dort lebenden Singvögel einen enormen Stress. Gerade in der Zeit von Brut und Jungenaufzucht können solche Störungen gravierende Ausmaße annehmen. Mit einigen Tipps können Katzenhalter die Gefahr verringern. Vogelfreunde und Gartenbesitzer können Katzen die Jagd erschweren.

In den meisten Fällen erbeutet die Katze Jungvögel und geschwächte, alte oder kranke Tiere. In Siedlungen und ihrer Umgebung gibt es jedoch mehr Katzen, als alle anderen Beutegreifer zusammen. Daher besteht die Gefahr, dass die Bestände der Beutetiere stark beeinträchtigt werden.

Darüber hinaus bedeutet die Anwesenheit einer Katze enormen Stress unter den möglichen Beutetieren. Für Altvögel bedeutet das:

  • Sie müssen Umwege zum Nest fliegen, um den Räuber nicht auf dessen Standort aufmerksam zu machen.
  • Sie können nicht mehr überall nach Nahrung suchen.
  • Ihr Energieverbrauch steigt.
  • Sie können nur Füttern, wenn keine Katze in der Nähe des Nestes ist.

 

Daher können sie ihren Nachwuchs nicht optimal versorgen. Die Zahl der flüggen Jungvögel sinkt drastisch.

Dass Katzen auch die flüggen Jungvögel fressen oder auf Bäume klettern und die Nester plündern können, stellt eine weitere Beeinträchtigung für die Vögel dar. Dabei lassen sich nur die Nester der Vögel schützen.

Zu den Beutetieren von Hauskatzen gehören neben Vögeln auch viele weitere Tiere.


Katzen halten und die Vogelwelt schonen

Glöckchen: Ein Halsband mit einem kleinen Glöckchen macht Vögel auf die Katze aufmerksam. Das verringert die Verluste schon ein wenig. Die Katze gewöhnt sich schnell daran. Hilflose Jungvögel rettet das Glöckchen allerdings auch nicht.

Spiel- und Jagdtrieb befriedigen: Spielen Sie sehr viel mit Ihrer Katze. Auch dabei kann das Tier seinen Jagdtrieb ausleben. So hat sie deutlich weniger Lust, draußen ihrem Bedürfnis nachzugehen.

Anschaffung: Eine Katze hat verschiedenste Bedürfnisse, v.a. benötigt sie aber Zeit und Platz. Überlegen Sie daher vor der Anschaffung genau, ob Sie dies einer Katze wirklich bieten können. Wenn es eine Katze sein soll, dann wägen Sie ab, ob Ihre Katze wirklich ein Freigänger sein muss. Katzen, die dauerhaft im Haus leben, sind gesünder, haben weniger Stress und zeigen keinerlei Auffälligkeiten.

Kastration/Sterilisation: Lassen Sie Ihre Katze kastrieren! Sie wirken so einer unkontrollierten Vermehrung entgegen. Kater werden häuslicher und markieren weniger. Weibliche Katzen können keine Jungen mehr bekommen, die oft schwer unterzubringen sind.

Tierschutz: Setzen Sie Ihre Katze bitte nicht aus, wenn Sie sich nicht mehr um sie kümmern können! Streuner ernähren sich durch Jagd und somit auch von Vögeln. Außerdem ist es aus Tierschutzgründen verboten. Lassen Sie Ihre Katze über die Ferien von Nachbarn oder Bekannten betreuen. Sollten Sie die Katze nicht mehr halten können, suchen Sie ihr per Annonce ein neues Zuhause oder geben Sie sie an ein Tierheim.

Freigang zur Brutzeit einschränken: Zwischen April und Juni werden immer wieder Jungvögel der verschiedenen Arten flügge. Lassen Sie Ihre Katze daher in dieser Zeit ganz im Haus oder gestatten Sie ihr nur kurzen Freigang, bis die Brutzeit vorbei ist. Besonders, wenn Sie Jungvögel oder warnende Altvögel im Garten beobachten, sollte die Hauskatze unbedingt drinnen bleiben.

Betreuung: Wenn Sie in die Ferien fahren, lassen Sie Ihre Katze bitte von Nachbarn betreuen oder geben Sie sie in eine Tierpension. Verhindern Sie den ungehinderten Freigang.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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