Neue Natur-Kindergruppe in Poing hat noch Plätze frei!

Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz gründet erste Natur-Kindergruppe in Poing!

Mit Freude die Natur erforschen, lachen, lernen und erleben – diesem Motto folgen die Kindergruppen des Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV). Im Landkreis Ebersberg gibt es seit dem Frühjahr 2018 ehrenamtlich geleitete Gruppen, die alle zwei Wochen die Natur vor Ort erforschen, Fledermäuse beobachten, mit Naturmaterialien basteln und vieles mehr.

Die Gruppe von Silke Kloppig aus Poing hat noch Plätze frei. Die Bibliothekarin genießt es, in Ihrer Freizeit mit Kindern durch die Wiesen zu ziehen und ihnen die heimische Tier- und Pflanzenwelt spielerisch nahe zu bringen. Die Gruppe trifft sich jeden zweiten Mittwoch von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr im Reuterpark in Poing. Für das nächste Gruppentreffen am Mittwoch, den 10.10.2018 um 16:30 Uhr hat Frau Kloppig sich etwas besonders ausgedacht: Während eines Waldspaziergangs werden Naturmaterialien gesammelt und anschließend zu einem herbstlichen Naturkunstwerk zusammen gesetzt.

Alle naturbegeisterten Kinder zwischen sieben und neun Jahren, die einmal in die LBV-Natur-Kindergruppe hineinschnuppern möchten, sind herzlich zu diesem Termin eingeladen. Natürlich sind auch Eltern willkommen.

Um Anmeldung bei Frau Kloppig wird gebeten, telefonisch 0157 33183977 oder per E-Mail silke.kloppig@web.de. Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben. Weitere Gruppentreffen sind an folgenden Terminen geplant: 24.10. / 07.10. / 05.12.

Für allgemeine Fragen zu den Natur-Kindergruppen des LBV steht LBV-Umweltbildnerin Julia Prummer unter Telefon 089 / 219 64 30 53 oder E-Mail Julia.prummer@lbv.de zur Verfügung.


Buchsbaumzünsler in Landkreis nachgewiesen

Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) wurde am 15. August in Markt Schwaben am Licht nachgewiesen. Durch die UV-Lampe an der Hauswand wurden zwei Buchsbaumzünsler angelockt, einer davon in der dunklen Form. Am folgenden Tag wurden die Falter tagsüber von mir auch in einem großen Buchsbaums in einem anderen Ortsteil von Markt Schwaben beobachtet. Bei einem weiteren Leuchten am nächsten Tag wurden wieder drei Tiere nachgewiesen. Damit dürfte erwiesen sein, dass der Buchsbaumzünsler auch im Landkreis Ebersberg schon länger unbemerkt vorkam.

 

Die gebietsfremde Art wurde vermutlich mit Buchsbäumen aus Ostasien nach Europa eingeschleppt. Erstmals 2006 am Oberrhein und im Raum Basel beobachtet, hat sie sich bis heute über viele europäische Länder ausgebreitet. Die Raupen verursachen oft Kahlfraß, stark betroffene Buchsbäume können dadurch sogar absterben. Obwohl die Raupe viele Gifte des Buchsbaumes aufnimmt, wird sie von manchen heimischen Vögeln und Insekten verzehrt.

 

Die Art und Bekämpfungsmöglichkeiten werden im Lepiforum und bei Wikipedia beschrieben:

 

Cydalima perspectalis im Lepiforum

 

Buchbaumzünsler bei Wikipedia

 

Text und Bilder: Harald Süpfle

Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) - dunkle Form
Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) - dunkle Form
Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) - helle Form
Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)  - helle Form

Wohnen im Wasserturm

Das ist zumindest in Markt Schwaben möglich, vorausgesetzt man ist ein Mauersegler oder eine Fledermaus.

Der vom Schwabener Ortsbild nicht wegzudenkende Wasserturm speicherte früher das Wasser für die Brauerei. 2008 wurde er saniert und dabei auch der Natur- und Artenschutz berücksichtigt.

Der Landesbund für Vogelschutz stellte spezielle Nist- bzw. Quartiersteine zur Verfügung, und kümmerte sich um den mit der Hausmauer bündigen Einbau. Auf der Ostseite zum Biergarten des „La Piazza“ ist ein Fledermaus-Übersommerungs- und ein Fledermaus-Ganzjahresquartier eingebaut worden. Letzteres ist auch zum Überwintern der Tiere geeignet. Ob hier schon die „Jäger der Nacht“ eingezogen sind wurde bisher noch nicht beobachtet.

Auf der Turmnordseite wohnen 4 Mauerseglerpaare.

Jetzt und in den nächsten acht Wochen können die temperamentvollen, rasanten Vögel gut beobachtet werden. Imponierend anzusehen, wenn in flottem Tempo ein kleines Loch in der Wand angeflogen wird, hinter dem im Brutraum der Partner gerade auf den Eiern sitzt und auf Ablösung wartet.

Leider hat der Bestand an Mauerseglern in den letzten Jahren deutlich abgenommen.

Konnte man über Markt Schwaben noch vor ca. 10 Jahren gleichzeitig 80 bis 100 Mauersegler rufend am Sommerhimmel beobachten, so sind es inzwischen höchstens noch die Hälfte. Die Gründe sind bekannt: Es gab hintereinander zwei ganz schlechte Brutjahre, weil einmal Dauerregen über Wochen die Vögel so geschwächt hatte, dass sie erschöpft beim Fliegen abstürzten und verendeten. Das Folgejahr war so trocken und heiß, dass die Jungtiere nach Frischluft hechelnd zu nahe an den Brutplatzrand drängten und noch flugunfähig abstürzten. Die Natur ist aber in der Lage dies in besseren Jahren wieder auszugleichen.

Die wichtigsten Gründe hat der Mensch zu verantworten: Lebensraum- und Nahrungsverlust.

Oft werden bei gut gemeinten energetischen Sanierungsmaßnahmen unsere tierischen Mitbewohner schlichtweg vergessen oder absichtlich ausgesperrt.

Die moderne Bauweise stellt nicht nur keine Ritzen und Zwischenräume mehr zur Verfügung, sondern stellt mit den großen Glasflächen eine große Gefahr für Vögel dar.

Die eingemauerten Spezialsteine müssen nicht kontrolliert oder gereinigt werden.

Mit dem dramatischen Rückgang der Insekten geht deren natürlichen Feinden die Nahrung aus. Unsere heimischen Fledermäuse und Mauersegler ernähren sich ausschließlich von Insekten. Diese wiederum brauchen heimische Blühpflanzen und einen giftfreien Lebensraum. Besinnen wir uns wieder auf unsere vielfältige, robuste, heimische Flora, in der auch Tiere leben können. Bitte darum in den Gärten keine Exoten wie Bambus etc., sondern lieber Vogelbeere oder Hollunder und – Toleranz.

Wer bauen und diesen Tieren helfen will, kann sich Rat beim LBV oder im Landratsamt holen.

 

Text und Bilder: Richard Straub


Noch ein Kahlfraß

Am 19. Mai entdeckte ich an einem Wegkreuz zwischen Gelting und Unterspann eine weitere Massenvermehrung von Raupen. Dieses Mal ist es der Ringelspinner (Malacosoma neustria), der eine Hainbuche kahl frisst. Die direkt daneben stehende Rosskastanie wird verschont. Bank, Mülleimer, Zaun und Kreuz waren mit Raupen übersät. Auch in dreißig Meter Entfernung fand ich noch Raupen über den Weg marschieren.

 

Text und Fotos: Harald Süpfle


Kahlfraß in Poing

Kahlgefressener Obstbaum
Kahlgefressener Obstbaum

Der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) gehört zu den Trägspinnern und ist bekannt dafür, dass er in Massen auftreten kann. Davon berichtet schon Arno Bergmüller in ‚Die Großschmetterlinge Mitteldeutschlands‘ von 1953. Aber es gibt noch viel ältere Berichte über die Schadwirkung der Raupen, die in Günter Ebert ‚Die Schmetterlinge Baden-Württembergs‘, Band 4, zitiert werden:

  • Roth von Schreckenstein, 1800: »In Obstgegenden eine gefährliche Raupe«
  • Seyffer, 1849: »Hat großen Schaden an Obstbäumen angerichtet«
  • Reutti, 1853: »Ueberall nur zu häufig, besonders in Obstgegenden das schädlichste Insect«

Dieses Mal hat es eine Streuobstwiese in Poing erwischt. Am 15. Mai kontaktierte mich ein Mitarbeiter des Bauhofs Poing um Raupen bestimmen zu lassen, die mehrere Obstbäume kahlgefressen hatten. Die haarige Raupe hatte am Hinterleib drei auffällige rote Warzen am Rücken und konnte sofort als Goldafter identifiziert werden. Zwei Tage später besichtigten wir den Ort des Geschehens, eine Ausgleichsfläche mit über 60 Obstbäumen der verschiedensten Sorten, die erst vor ein paar Jahren angelegt wurde. Sie war mir bekannt, da die LBV Kreisgruppe im Juni 2013 eine Führung durch den Poinger Imker Ludwig Huber dort hatte, bei dem die blütenreiche Wiese und ein Bienenlehrpfad vorgestellt wurden.

 

Die Raupen wurden gerade von einem Mitarbeiter des Bauhofs abgesaugt, ob dies ausreicht, um der Plage Herr zu werden, wird sich zeigen. Viele Raupen waren kurz vor der Verpuppung und auch die nicht kahlgefressenen Bäume waren voller Raupen. Ein paar hundert Falter können leicht zu tausenden Raupen führen, da jedes Weibchen etwa 200 Eier ablegt. Nach den Lotka-Volterra-Regeln sollten die Parasiten ebenfalls stark zunehmen und damit für eine Reduzierung sorgen.

Der Goldafter kommt vom südwestlichen Mittelmeerraum und der Iberischen Halbinsel durch West- und Mitteleuropa mit Südengland ostwärts bis Russland vor. Im Norden reicht die Verbreitung bis nach Südskandinavien (Mittelschweden, Südfinnland), im Süden bis Italien und die Balkanhalbinsel und über die Türkei und die Kaspische Region bis Mittelasien. In Nordamerika wurde der Goldafter vor über 100 Jahren eingeschleppt.

 

Besiedelt werden eher die niederen Lagen bis 400m, es gibt aber auch Meldungen bis aus 800-1240m (Schauinsland). Der Lebensraum ist eher offenes Gelände mit Büschen und Sträuchern und nicht der geschlossene Wald. Von daher passt der Fundort gut zu den ökologischen Ansprüchen der Art.

 

Ein Highlight des Qualitätsjournalismus lieferte die SZ mit ihrem Bericht vom 28. Mai, der als ‚Symbolfoto‘ irgendwelche schlanken kahle Bäume zeigt, die so gar nichts mit den kleinen kahlgefressenen Obstbäumen gemein haben. Sie zitiert dann noch Johann Taschner von der Unteren Naturschutzbehörde, dass die Art schon länger bekannt sei. Stimmt, seit mindestens 1758, damals wurde sie von Carl von Linné erstbeschrieben. Aber es geht noch besser, die von Taschner zitierte Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising meint, dass die wärmeliebende Art sich wegen des Klimawandels hier wohl fühlt. Warum auch sonst! Dass die Art schon lange bis ins mittlere Skandinavien vorkommt, in dem ein deutlich rauheres Klima als in Poing herrscht, stört dabei nicht weiter. Dass es sich beim Goldafter um eine wärmeliebende Art handelt, ist in keiner der mir vorliegenden Literatur erwähnt. Das wäre auch komisch bei einer bis Südskandinavien vorkommenden Art.

 

Text und Bilder: Harald Süpfle

Raupe des Goldafters
Raupe des Goldafters
Die Streuobstwiese
Die Streuobstwiese
Raupennest des Goldafters
Raupennest des Goldafters
Raupe des Goldafters am Baumstamm
Raupe des Goldafters am Baumstamm
Goldafter im Ebersberger Forst (2. Juli 2017)
Goldafter im Ebersberger Forst (2. Juli 2017)
Goldafter im Ebersberger Forst (2. Juli 2017)
Goldafter im Ebersberger Forst (2. Juli 2017)

Kreisgruppe Ebersberg gründet erste Natur-Kindergruppe in Poing!

Mit Freude die Natur erforschen, lachen, lernen und erleben – diesem Motto folgen die Kindergruppen des Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV). Im Mai startet in Poing ein Angebot für Grundschulkinder. Die Gruppe wird alle zwei Wochen immer mittwochs die Natur vor Ort erforschen, Fledermäuse beobachten, mit Naturmaterialien basteln und vieles mehr. Kinder von 7 bis 9 Jahren sind herzlich eingeladen zu einer

 

Schnupperstunde am Mittwoch, den 09.05.2018 von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr.

 

Silke Kloppig aus Poing bietet die Gruppe ehrenamtlich für naturbegeisterte Kinder an. Zur Vorbereitung auf diese Aufgabe hat Sie Schulungen der Naturschutzjugend (NAJU) im LBV besucht. “Die gute Ausbildung unserer Gruppenleiterinnen und -leiter ist uns sehr wichtig.”, sagt Julia Prummer vom LBV Oberbayern. Die Umweltpädagogin unterstützt und berät die Ehrenamtlichen ganz individuell. “In unseren Gruppen haben Kinder die Möglichkeit, die heimische Tier- und Pflanzenwelt spielerisch und mit Freude zu entdecken. Dabei lernen Sie Natur als etwas Schönes, aber auch als etwas Schützenswertes kennen.”

 

Interessierte Eltern und Kinder kommen zur kostenlosen Schnupperstunde. Um eine Anmeldung wird gebeten bei Frau Kloppig (E-Mail: silke.kloppig@web.de

oder Telefon: 0157 33183977).

 

Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben. Weitere Gruppentreffen sind an folgenden Terminen geplant: 23.05./ 27.06./ 11.07. / 25.07.2018

 

Für weitere Fragen steht LBV-Umweltbildnerin Julia Prummer unter Telefon 089 / 219 64 30 53 oder E-Mail julia.prummer@lbv.de zur Verfügung.


Wollte Batman mehr Muskeln?

Diese Frage stellten sich wahrscheinlich die Mitarbeiter eines Fitnesscenters im Poinger V-Haus, nachdem eine Fledermaus in ihren Räumen gesichtet wurde. Vermutlich war sie bei der kalten Witterung von der warmen Luft aus einem gekippten Fenster angelockt worden. Aber erst einen Tag später konnte das Tier dann unverletzt eingefangen und an Richard Straub übergeben werden. Es ist ein Männchen aus der Gruppe der Zwergfledermäuse, die es in verschiedene Unterarten gibt. Die Bestimmung erwies sich als sehr schwierig und so durfte die Fledermaus das alljährliche Treffen der südbayerischen Fledermausschützer in der Ludwig-Maximilians-Universität in Martinsried besuchen, um sich bestimmen zu lassen. Nach eingehender Untersuchung stand dann fest, es ist eine Weißrandfledermaus und handelt sich um ein Jungtier vom letzten Sommer. Erstmalig war diese Art im Landkreis Ebersberg 2017 in Grub festgestellt worden und von dort bis Poing sind es ja nur wenige Flugminuten. Der nur sechs Gramm leichte Winzling konnte nach drei Wochen Pflege mit leichter Gewichtszunahme in einen speziellen Fledermaus-Winterschlafkasten am Wohnhaus von Richard Straub eingesetzt werden und kann selber bestimmen, wann der Winterschlaf vorbei ist und die Mückenjagdsaison beginnt.

 

Die Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii) aus der Gruppe der Zwergfledermäuse und der Familie der Glattnasen. Bei ausgebreiteten Flügeln ist gut zu erkennen, dass sich am hinteren Flughautrand zwischen dem letzten Fingerglied und dem Fuß auf beiden Seiten ein ca. 1-2 mm breiter, hell abgesetzter Saum befindet, der der Weißrandfledermaus ihren Namen gab. Ihre Flügelspannweite beträgt um die 22 Zentimeter bei einem Gewicht von 5-10 Gramm, ihre Nahrung besteht aus kleinen Insekten. Sie steht unter Naturschutz.

 

Text und Foto: Richard Straub

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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