Dieter Bosse verstorben

Dietrich Bosse war 17 Jahre lang (1990 - 2007) LBV-Vorstand der Kreisgruppe Ebersberg. Nachdem er seinen Ruhestand angetreten hatte, war er damals bei der Kreisgruppe vorstellig geworden, um aktiven Vogelschutz zu betreiben. Er dachte dabei eigentlich nur an das Reinigen von Nistkästen. Der damalige LBV- ​Kreis­grup­pen- ​Vorsitzende Jan Haft, inzwischen als international ausgezeichneter Tierfilmer bekannt (Nautilus Film GmbH), gab aus beruflichen Gründen seinen Vorsitz auf. Da sonst niemand zur Verfügung stand und ein Auflösen der Kreis­grup­pe drohte, bewahrte er diese davor und übernahm den Vorstandsposten.

 

Eines seiner Lieblinsgprojekte war die Isar-Allianz und auch das Arche-​Noah-​Projekt "Brucker Moos" lag ihm sehr am Herzen. Er war ein großer Vogelfreund, nur mit den Krähen wollte es nicht so recht klappen, den die sah er lieber aus der Ferne. Vielleicht hing dies ja auch mit seiner Vergangenheit zusammen, als er noch Jäger war? Jedenfalls hat er sich viele Jahre um die Kreisgruppe bemüht, Exkur­sio­nen vorbereitet, den LBV offiziell vertreten und Vorträge organisiert. 2007 trat er nicht mehr als Vor­stands­kandidat an, vertrat aber nach wie vor den LBV bei ver­schie­de­nen Anlässen und war bei den Vorträgen und Exkursionen dabei.

 

In den letzten Jahren hatte er große gesundheitliche Probleme, die mit einem Sturz vor seinem Haus begannen. Einige Zeit konnte er noch in seinem Reihenhaus in Baldham am Fuchsweg versorgt werden, musste dann aber in ein Pflegeheim wechseln. Dort haben ihn auch Freunde aus unseren Reihen besucht, ins­be­son­dere Volkhart Matthäus und Michael Nachtwey.

 

Nun hat Herr Bosse im Alter von 86 Jahren nach langem und schweren Leiden seine Erlösung gefunden. Wir werden uns gerne an ihn und die gemeinsame Zeit erinnern.

 

Richard Straub

Schelladler Erstbeobachtung in Deutschland im Brucker Moos

Aquila naevia (Aquila clanga)
Coloured figures of the birds of the British Islands / issued by Lord Lilford.
1885
Aquila naevia (Aquila clanga)
Coloured figures of the birds of the British Islands / issued by Lord Lilford.
1885

Im Brucker Moos gelang am 13.10.2016 der fotografische Erstnachweis eines Schelladler (Clanga clanga, auch Aquila clanga) in Deutschland. Erich Starringer entdeckte am Abend des 12.10. die Koordinaten des ihm bekannten und besenderten Schelladelers Tönnies im Brucker Moos. Am nächsten Morgen konnte er den Vogel beim Abflug und Kreisen über seinem Schlafplatz beobachten und fotografieren.

Die Meldung ist mit Bild in bei ornitho.de unter Bruck [7937_3_55s] / Bruck (BY, EBE) eingetragen

Rast im Schwabener Moos

Am 17.08.2016 bot sich mir in der Mor­gen­dämmerung ein großartiges Schau­spiel im Markt Schwabener Moos.

 

Von Naturfreunden erfuhr ich, dass sich ein größerer Storchentrupp in der Abend­däm­merung auf einigen hohen Gebäuden in Markt Schwaben nieder­gelassen hatte. Auf dem Dach der Pfarrkirche nächtigten 22 Störche.

 

Am nächsten Morgen schon vor Son­nen­aufgang radelte ich ins Moos um mich etwas umzusehen und hatte Glück. Ein Landwirt hatte einen Heu­wa­gen recht günstig abgestellt, auf dem ich einen bequemen und gut getarnten Platz einnehmen konnte. Von hier aus zählte ich 62 Jungstörche die sich auf einer Mooswiese zum Frühstück eingefunden hatten. Teilweise näherten sie sich mir bis auf ca.15 m, so dass ich verschiedene Ringe ablesen konnte.

 

Auch ein am Bein verletzter Ringstorch war dabei, schien aber mit der Verletzung gut zurecht zu kommen. Als es gegen 7 Uhr heller wurde, kamen nach und nach immer mehr Moosbesucher. Zu Fuß, mit dem Radl, mit oder ohne Hund. Dabei verhielten sich die meisten sehr vernünftig und die Hundefreunde leinten ihre Hunde an oder hielten sie am Halsband fest, wenn keine Leine vorhanden war. Über einige unbe­darfte Hundehalter musste ich mich allerdings schon ärgern. Einige sahen absolut nicht ein, mit dem Hund ausnahmsweise einen anderen Weg zu wählen, um die Störche nicht aufzuscheuchen.

 

Trotz der nicht zu übersehenden Störche ließ eine Frau ihren Hund sogar in deren Richtung laufen, was einen Teil der Vögel zum Wegfliegen auf eine andere Wiese bewog. Nun war es natürlich vorbei mit dem ungestörten Beobachten und weitere Ringe konnten auch nicht mehr abgelesen werden, da die Störche einen deutlich größeren Abstand einhielten.

 

Bei einsetzender Thermik startete gegen 10:30 Uhr der erste Storch und alle ande­ren folgten ihm. Sie kreisten noch einige Minuten über dem Moos und zogen in Rich­tung Südosten ab. Dies zeigt, wie wichtig das Schwabener Moos und große Wiesen in der Umgebung für Störche als Rast- und Futterplatz sind, auch wenn zur Zeit keine in Markt Schwaben brüten.

 

Anhand der Ringe konnte die Herkunft einiger Stör­che ermittelt werden. Neun Störche kamen aus den Orten Stübach, Baudenbach, Ipsheim, Muhr am See, Feucht­wangen, Wilburgstetten, Leutershausen, Bechhofen und Sommersdorf, alle in Mittelfranken. Ein Storch kam aus der Nähe von Karlsruhe in Nordbaden. Allesamt waren als Nestlinge im vergangenen Sommer beringt worden. Es ist spannend, wie es mit diesen Jungstörchen weitergeht. Wer von ihnen überlebt und wo die Daten wieder einmal abgelesen werden?

 

Text und Bilder von Richard Straub

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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